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Bebauungsplan Belvedere verworfen

Die Stimmberechtigten der Stadt Zug haben den Bebauungsplan Belvedere verworfen. Das Ergebnis kam mit einem Nein-Stimmenanteil von 55 Prozent zustande. Die Stimmbeteiligung lag bei 54.5 Prozent.

Stadtpräsident Dolfi Müller bezeichnete den Ausgang der Abstimmung in einem ersten Kommentar als «relativ deutliches Ergebnis». 3983 Stimmberechtigte legten ein Ja in die Urnen, 4878 ein Nein. Die Stimmbeteiligung lag bei hohen 54,5 Prozent. Gegen den vom Grossen Gemeinderat verabschiedeten Bebauungsplan ergriff ein Komitee das Referendum.


Demokratische Ausmarchung

Für den Zuger Stadtpräsidenten lag ein Nein in der Luft, nachdem sich das aufziehende Gewitter der letzten Wochen entladen habe. Das Projekt der privaten Investorengruppe mit zwei Hochhäusern, einem Hotel und Altersresidenzen auf dem ehemaligen Kantonsspitalareal sei nicht mehrheitsfähg. Der Stadtrat hätte gerne ein Ja gesehen – doch in der Stadt Zug würden bei grösseren Projekten noch immer die Stimmberechtigten entscheiden, was und wie gebaut werde. Das Resultat sei in einer demokratischen Ausmarchung ermittelt worden und gelte es zu respektieren.
Für das Areal zwischen dem Alterszentrum Frauensteinmatt und der Überbauung Roost müsse jedoch eine überzeugende, planerische Lösung gefunden werden. «Ein Provisorium mit den bestehenden Bauten ist keine Perspektive», betonte der Stadtpräsident am Abstimmungssonntag. Gefordert sei jetzt auch das Engagement des Kantons, mit welchem die Stadt in der Vergangenheit gut zusammen gearbeitet habe und mit dem er nach neuen Lösungen suchen möchte.


Problematische Hochbauten

Auch die Zuger Bauchefin Andea Sidler Weiss bedauerte den Ausgang der Abstimmung. «Die beiden Hochhäuser sowie die aufkeimende Diskussion um die fehlenden Pflegebetten haben den Abstimmungsausgang beeinflusst», suchte sie nach einer Interpretation des negativen Abstimmungsausgangs. Auch für sie ist klar, dass für das Areal eine neue gestalterische und konzeptionelle Lösung gefunden werden muss. In der Übergangszeit beansprucht die Stadtverwaltung einen Teil der ehemaligen Kantonsspital-Liegenschaft als Provisorium.


Stadt soll Grundstück kaufen

Die Fraktion Alternative-CSP des Grossen Gemeinderates reichte gestern zwei Motionen ein. Eine fordert einen Ideenwettbewerb mit öffentlicher Mitwirkung für die Nutzung des ehemaligen Kantonsspitalareals. Die verlangt die Aufnahme von Kaufverhandlungen mit dem Kanton als Landeigentümer.


Übersicht
Anzahl Stimmberrechtigte: 16303
Eingereichte Stimmzettel: 8887
Leere Stimmzettel: 24
Ungültige Stimmzettel: 2
Gültige Ja-Stimmen: 3983
Gültige Nein-Stimmen: 4878


Zug, 28. September 2008
Thomas Gretener, Kommunikationsbeauftragter

Datum der Neuigkeit 28. Sept. 2008
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