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Egloff, Anton: Hören Ost Süd West Nord (1995)

Nach einer Lehre als Zahntechniker, besucht der gebürtige Wettinger Anton Egloff (*1933) von 1957 bis 1959 die Kunstgewerbeschule Luzern. In Düsseldorf bildet er sich an der Staatlichen Kunstakademie weiter und wird dort Assistent an der Bildhauer-Abteilung. 1963 kehrt er nach Luzern zurück und lehrt bis 1995 an der Schule für Gestaltung. Seit Ende der 1960er-Jahre zeigt er auf zahlreichen Einzelausstellungen im In- und Ausland sein Schaffen. Im Jahre 1984 erhält er den Kunstpreis der Stadt Luzern. Egloff lebt und arbeitet in Luzern. Mit seiner Arbeit Hören Ost Süd West Nord will Anton Egloff Raum und Zeit in Einklang bringen. Die glockenförmige Bronzeplastik ist ohne Sockel direkt ins Gelände eingebettet, sodass Erwachsene und Kinder die Skulptur durch Anfassen und Hinein-kriechen spielerisch erfahren können. Je nach Wetter und Lichtverhältnissen verändert sich die Farbe der schimmernden Bronzeplastik wie die Wasseroberfläche des Zugersees, die einen stimmungsvollen Hintergrund bietet. Das Werk thematisiert den natürlichen Verlauf der Zeit: Tagsüber streift das Sonnenlicht über den runden Formkörper und erhellt am Abend dessen Innenraum. Egloff reflektiert mit seiner Arbeit einen wichtigen Einschnitt in die Geschichte des Standortes: die Vorstadtkatastrophe. Am 5. Juli 1887 rutschte ein grosser Teil der Zuger Vorstadt aufgrund der darunterliegenden Kreideschicht in den See ab. „Die Idee und die Formgebung meiner Arbeit basiert auf Echolotaufzeichnungen, die nach der Katastrophe von 1887 über der abgerutschten Stelle gemacht wurden“, erklärt Egloff. Er hat die Glocke ihrer ursprünglichen Warnfunktion, dem Schlagen und Läuten bei Unwettern, enthoben. Die Glocke liegt umgekippt da wie ein Ohr; die offene Seite zeigt nach Norden. Im Inneren der Glocke sind die vier Himmelsrichtungen eingeritzt, jedoch im umgekehrten Verhältnis zur Wirklichkeit: Wo Norden ist, steht Süden, wo Osten, Westen. Ein Echo auf die Realität, eine Aufforderung zu Sehen statt zu Hören. Der Künstler möchte, dass sich die Besucher sehend an die Vorstadtkatastrophe von 1887 erinnern. Er ermuntert durch die in seiner Skulptur angebrachten Himmelsrichtungen auch dazu, sich selbst zu orientieren und zu positionieren; an Vergangenem und Aktuellem, an Sichtbarem und Unsichtbarem. Egloffs Hören Ost Süd West Nord gehört zum vierteiligen „Mitenand“-Projekt auf dem Rigiplatz (vgl. Flavio Paolucci, Carmen Perrin u. Andrea Wolfensberger). Bronze, Rigiplatz, Eigentümerin Stadt Zug

Anton Egloff: Hören Ost Süd West Nord


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