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Bossard, Johann Michael: Bruder Klaus, Wilhelm Tell, Arnold Winkelried, Jeremias Gotthelf (1907)

Die vier Büsten Bruder Klaus, Wilhelm Tell, Arnold Winkelried und Jeremias Gotthelf des Zuger Künstlers Johann Michael Bossard (1873-1950) vereinen Mythos und Historie. Ihr neuer Standort an der östlichen Begrenzungsmauer, einer Stillen Ecke des Daheimparks, scheint wie geschaffen für die vier bekannten Schweizer. Seit ihrer Schenkung 1967, durch Emil Hegg, einen Freund und Förderer Bossards, stehen die vier Männer zunächst im Daheimpark. Im Frühjahr 1986 kommen sie für eine Ausstellung in den In-nenhof der Burg und werden anschliessend beim am See aufgestellt. 2005 kehren sie an ihren ersten Standort, in den Daheimpark, zurück. Die Gesichter der Büsten sind mit viel Liebe zum Detail geschaffen; jedes erzählt uns eine andere Geschichte. Bruder Klaus hat ein äusserst schmales Gesicht. Er wirkt ausge-hungert und eingefallen, korrespondierend mit seinem asketischen Einsiedlerleben. Bruder Klaus' Mund ist leicht geöffnet. Richtiggehend introvertiert wirkt Arnold Winkelried. Erst im 16. Jahrhundert taucht Winkelried als Held auf, der den Eidgenossen bei der Schlacht bei Sempach (1386) zum Sieg über die Habsburger verholfen haben soll. In Bossards Ausführung verraten lediglich die zu Schlitzen verengten Augen seinen Tatcharakter. Der Held der Schweizer Gründungssage Wilhelm Tell wird vom Zuger Künstler als allzeit bereiter Kämpfer dargestellt. Dafür sprechen nicht nur sein quadratisch-vierschrötiges Gesicht, sondern auch die aggressiv verzogenen Mundwinkel und der Nasenschutz. Als die Figurengruppe 1967 der Stadt Zug geschenkt worden ist, wird Tells Kopf noch als Abbild des Dichters Conrad Ferdinand Meyer bezeichnet. Eine Verbindung zum Stifter, dem Berner Augenarzt Emil Hegg, einem Freund und Förderer Johann Michael Bossards gibt es zum vierten Mann im Bund: Jeremias Gotthelf (bürgerlicher Name: Albert Bitzius) war der Grossvater seiner Ehefrau Ida. Bossard hat den Dichter und Pfarrer mit einer hohen, gewölbten Denkerstirn, einer ausgeprägte Nase sowie einem ironisch verschmitzten Mund versehen. Alle Figuren blicken streng geradeaus und beanspruchen auf diese Weise einen eigenen Platz. Durch ihre gemeinsame Präsenz bilden sie jedoch gleichzeitig einen Erinnerungsraum, eine Stätte der Identität und schaffen so Platz für mögliche Heldengeschichten. Beton, Jurakalkstein, Kalkstein, Daheimpark, Kirchenstrasse 15a, Eigentümerin Stadt Zug

Johann Michael Bossard: Bruder Klaus, Willhelm Tell, Arnold Winkelried, Jeremias Gotthelf


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