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Odermatt, Josef Maria: Vier Elemente (1995)

Der Stanser Eisenplastiker und Zeichner Josef Maria Odermatt (1934-2011) besucht nach einer Schlosserlehre zunächst Kurse an der Kunstgewerbeschule Luzern und besucht in Basel die Gewerbeschule, wo er 1960 den Abschluss als diplomierter Schlossermeister macht. Bein anschliessenden Aufenthalt in Paris kommt er erstmals in Kontakt mit der Kunst. Ab 1962 hat er eine Schmiede-Werkstatt in Stans und 1965 baut er ein Atelier-haus oberhalb der Nidwaldner Kantonshauptstadt. Seither erhält Odermatt zahlreiche Aufträge für Kunst am Bau sowie im öffentlichen Raum.
Josef Maria Odermatt vertritt – neben dem etwas älteren Oscar Wiggli (*1927) am kon-sequentesten das Schmiedehandwerk seiner Generation. Nach Experimenten mit Industrieabfällen findet Odermatt mit turmartigen Gebilden ab 1965 zu einer eigenständigen künstlerischen Ausdrucksweise. Seine Plastiken schafft der Stanser ohne vorbereitende Zeichnungen aus bis zu zehn Zentimeter dicken Vierkanteisen sowie Eisenplatten. Odermatts Werke übertreffen nur ausnahmsweise die Spannweite von ausgebreiteten Armen; ihre geringe Höhe ist auf die niedrige Arbeitshöhe auf einem Tisch zurückzuführen. Ursprünglich verzichtet Odermatt auf die Technik des Schweissens. Erst seit den frühen 1990er-Jahren nimmt er diese Technik in sein Schaffen auf. Seit derselben Zeit schafft er auch situationsbezogene Installationen mit rechteckigen Stelen, die an Konzepte der „Minimal Art“ erinnern.
Ein Zeugnis seiner neuen Verfahrensart ist Josef Maria Odermatts Eisenplastik Vier Ele-mente an der Poststrasse. Das schwarz glänzende, blockhafte Objekt vermittelt einen tragenden Raumeindruck. Der gelernte Schlosser hat die massiven Eisenbarren als glü-hende Rohlinge zu einem orthogonalen, scharfkantigen Solitär verarbeitet. Odermatt setzt dabei auch das im Unterschied zum Schmieden rationellere Schweissen ein. Er tut dies allerdings nicht, um in den Raum ausgreifendere Plastiken realisieren zu können, sondern um die blockhafte Geschlossenheit seines Werkes zu steigern. Der Künstler hat sich lange gegen das Schweissen gewehrt, weil Schmieden die ursprünglichste Eisenver-arbeitung überhaupt ist. Heute löst der Eisenplastiker durch das Schweissen die Erkenn-barkeit der Einzelteile seiner Arbeiten auf. Odermatts Werk Vier Elemente stellt sich auch gegen die aktuelle Entwicklung der internationalen Kunst: keine Affinität zum Design, kein spielerischer Umgang mit Zitaten. In einer Zeit zunehmender Anpassung und Gleichschaltung, in der sich nur wenige exponieren, ist Josef Maria Odermatts Ei-senplastik ein Fremdkörper, der für kompromisslose Eigenständigkeit plädiert.

Eisen, Poststrasse 16, Eigentümerin Korporation Zug

Josef Maria Odermatt: Vier Elemente


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