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Haerle, Christoph: willKür (1998-1999)

Nach einer Ausbildung zum Steinbildhauer absolviert der Zürcher Christoph Haerle (*1958) zwischen 1981 und 1987 an der ETH Zürich ein Architekturstudium. Seit 1982 ist er zudem als Plastiker tätig. Seine Tätigkeiten sind vielseitig: Er ist seit 1982 als Plastiker tätig, ist zunächst Architekt, und seit den frühen 1990er-Jahren Dozent an verschiede-nen Orten. Seit 1997 hat er einen Lehrauftrag an der Architekturabteilung der Universität Genf. Christoph Haerle lebt und arbeitet in Zürich.

Die Grundlage für Haerles plastisches Schaffen bildet das Wissen um statische und dy-namische Werte, das er während seines Architekturstudiums erworben hat. Sein vielseitiges Œuvre umfasst Sockelplastik ebenso wie Wandobjekte oder Aussenraumgestaltun-gen. Fragen nach Leichtigkeit, Gewicht und Gewichtungen, nach Anordnung und räumlicher Wirkung stehen im Zentrum. Dabei können Themen wie Hängen, Anlehnen, Tragen und Liegen sowohl physisch als auch psychisch verstanden werden.

Die Gebäude der Kantonsverwaltung an der Aa in der Neustadt sind nach strengen Eckpunkten angeordnet. Mit diesem konsequenten, architektonisch vorgegebenen Rahmen spielt Christoph Haerle bei seiner Platzgestaltung willKür. In die Modellhaftigkeit der Umgebung fügt der Künstler grosse Büsche ein, die von blauem Textil zusammengehalten werden. Die Säcke mit den Pflanzen sind nicht in die Erde eingegraben, sondern stehen auf dem Gras. Ihre Anordnung wirkt auf den ersten Blick zufällig. Tatsächlich sind die Pflanzen aber in unterschiedlicher Anordnung verteilt. Die Vegetationspunkte entlang der inneren Erschliessungsstrasse befinden sich in gleich bleibenden Abständen zueinander, diejenigen im übrigen Gelände basieren auf einem Raster und werden durch den gesteuerten Zufall des Auswürfelns bestimmt: Ordnung und Zufall bereichern sich gegenseitig. Ein weiteres Spannungsfeld entsteht zwischen Kugel und Sack. Erst durch die Füllung mit Substrat erhalten die Säcke ihre pralle Form und bilden ein Gefäss für die Pflanzen. Energiekugeln gleich bilden die Behältnisse die Voraussetzung für ein üppiges Gedeihen der Pflanzen. Durch den Einsatz der Pflanzen gelingt dem Zürcher Künstler Haerle, die strengen Strukturen der Gebäude zu thematisieren, ihnen jedoch eine andere Qualität entgegenzuhalten: eine Konfrontation mit dem Unvorhergesehenen, der „Wilkür“ des Alltags.

Geo-Textil-Installation, Verwaltungsgebäude des Kantons Zug, Aabachstrasse 5, Eigen-tümerin Kanton Zug

Christoph Haerle willKür


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