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Degunda, Luca Die Nase (2012)

Nach einem erfolgreichen Kunstgeschichts- und Germanistik-Studium, schliesst der in Zug geborene Künstler Luca Degunda (*1978) 2006 an der Zürcher Hochschule der Künste im Studiengang Neue Medien ab. Seit 2007 stellt er seine Werke in der Schweiz, in Deutschland und in den USA aus. Luca Degunda lebt und arbeitet in Zürich.

Luca Degunda, der vor allem der abstrakten Malerei zugetan ist, hat für den Kunstpar-cours „Lost in Tugium“ im Herbst 2012 eine für ihn eher untypische Installation reali-siert. Die Nase ist ein spontaner Einfall Degundas, als ihm der Pulverturm als Objekt vorgeschlagen wird. Das Material der Riesen-Nase ist Styropor, überzogen mit einem speziellen Harz. Dadurch ist sie vor Wind und Wetter gefeit, wiegt jedoch trotz ihrer stattlichen Grösse von mehr als zwei Metern bloss zehn Kilogramm.

Nach der Installation der Nase am Pulverturm, überkommen Luca Degunda verschiede-ne Ideen, diese zu verorten. Aus historischer Perspektive mit dem Projekt-Standort, dem mittelalterlichen Pulverturm. Dazu ergänzt er Geschehenes mit Neu-Erfundenem: Als nach den Burgunderkriegen 1477 die siegreichen Innerschweizer mit der Beuteverteilung nicht einverstanden sind, bilden sie die sogenannten Saubannerzüge, um sich im damals burgundischen Genf zu holen, was ihnen zusteht. Nun passiert aber, laut Degunda, folgendes: Ein Zuger Detachement verirrt sich auf dem Weg nach Genf und landet schliesslich im alten Reich der Pharaonen am Nil. Erstaunt über den dortigen Reich-tum, entschädigen sich die Eidgenossen für die ihnen vormals entgangene Beute gleich selbst und schlagen der Sphinx von Gizeh die Nase ab. Diese bringen sie zurück in ihre Heimatstadt Zug. Sie steht fortan als Zeichen des Wohlstands am Turm der neu errichteten Stadtbefestigung.

Aber auch die vielfältige Verwendung der Nase in Sprichwörtern inspiriert Luca Degunda zu weiterführenden Gedanken. Man kann zum Beispiel immer der Nase nach gehen, sich auf die eigene Nase verlassen, auch wenn man mal auf ebendiese fällt. Man kann aber auch jemandem etwas auf die Nase binden, jemandem auf der Nase herumtanzen oder seine Nase in etwas hineinstecken, das einen eigentlich gar nichts angeht. Die Nase dient in vielen dieser Redewendungen als Orientierungspunkt. Und da setze laut Degunda auch „Lost in Tugium“ an: „In der Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum gilt es für die Stadtbevölkerung herauszufinden und zu artikulieren, wie sie ihre Stadt sieht und wie sie ihre Stadt haben will. Was gefällt? Was fehlt? Was ist verbesserungswürdig? Wo möchte man Kritik anbringen, und wie äussert man seine Wünsche?“.

Nach Beendigung des Kunstparcours „Lost in Tugium“ tritt Die Nase eine Reise an. Seit Januar 2013 befindet sie sich am Haus Zentrum, wo temporär die Stadtverwaltung untergebracht ist. In rund zwei Jahren, wenn die Stadtverwaltung voraussichtlich in neue Gebäude umquartiert wird, kann Die Nase in Absprache mit dem Künstler Luca Degunda an eine nächste Station ihrer Reise verlegt werden.

Styropor mit Harzüberzug, Haus Zentrum, Zeughausgasse 9, Eigentümerin Stadt Zug

Luca Degunda: Die Nase


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