Rieser, Andi: Parcours inoutil (1998)

Das abgebildete Werk des Künstlers Andi Rieser (*1954) ist nur eine der zwölf Arbeiten des mehrteiligen Werkes Parcours inoutil auf dem Gelände der Gewerblich-industriellen Berufsschule (GIBZ). Riesers Kunstwerke bestehen mehrheitlich aus Eisen und befinden sich in Wandnischen des Erdgeschosses und auf darüber liegenden Stockwerken der Berufsschule, in der Erschliessungszone hinter dem Eingang Baarerstrasse.

Der Parcours inoutil, ein Wortspiel aus den französischen Wörtern Werkzeug (outil) und nutzlos(inutile), zeigt, verschiedene, unbrauchbare Werkzeugen. Da findet sich ein quadratisches Scharnier mit aufmontierten Sandalen, ein Zeigerpaar ohne Zifferblatt, ein Schraubenzieher, der an der Spitze in einen Schweizerkreuz-Stempel mündet, ein Mobiltelefon inklusive Rollen in der Grösse eines Skateboards. In anderen Werken auf dem Gelände finden sich nicht minder skurrile Gebilde: eine Hammerkonstruktion, deren Griffe sternförmig zusammengeschweisst sind; eine Kreuzung aus Hantel und Mutternschlüssel, ein poetisch aufgeladener Schraubenschlüssel mit Mondsichel und Sternenmuster. Das im besten Sinne des Wortes Wahnsinnige an Riesers Arbeiten ist, dass ihre Elemente alle an vertraute Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände erinnern, gleichzeitig aber deren Funktionalität listig ad absurdum führen.

Von hintergründigem Humor zeugt das grosse Bausatz-Relief im Erdgeschoss. Der gebürtige Berner Rieser liess sich dabei von Plastikmodellbausätzen seiner Kinder inspirieren. An einem vier mal zweieinhalb Meter grossen Gerippe hängen zusammengeschweisst die eisernen Einzelteile eines Wohnwagens, der im Kopf mit allen Details und inklusive achtköpfiger Familie zusammengesetzt werden kann.

Plastiken und Skulpturen, Eisengüsse/Eisenobjekte, Gewerblich-industrielle Berufsschule Zug (GIBZ), Baarerstrasse 100, Eigentümer Kanton Zug

Andi Rieser: Parcours inoutil


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Gedruckt am 16.09.2019 03:20:39