Liste der aktuellen Stadtzuger Bräuche
Haben wir einen Stadtzuger Brauch vergessen? Bitte melden Sie sich bei der Stadtkanzlei Zug, Telefon 041 728 21 04.
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| Termin |
Brauchtum |
Ort |
Entstehungsdatum |
| Agathatag, 5. Februar |
Agathabrot |
Kirchen St. Oswald, St. Johannes und Guthirt |
Alter Brauch |
| Wenn der erste Schnee fällt |
Big Air Blasenberg |
Beim Restaurant Blasenberg Zug |
2005 |
| Mittwoch vor St. Agatha (5. Februar) |
Bäckermöhli |
Kolinplatz und Fischmarkt Zug |
1688 |
| Bei Geburt eines Kindes |
Bäumle |
Vor allem in der Zentralschweiz |
Alter Brauch |
| Schmutziger Donnerstag |
Chesslete |
Zuger Innenstadt |
1978 |
| Frühling |
Chnüüsockäbödäli |
Stadtgemeinde Zug |
Alter Brauch |
| Ende Juni oder Anfang Juli, Montag um 12.00 Uhr, am Starttag (immer ein Montag) der Zuger Chriesisaison |
Chriesigloggä / Chriesisturm |
Zuger Altstadt / Kirche St. Michael |
1711 |
| Juni bis Juli, Montag bis Freitag 15 bis 18 Uhr, Starttag (immer ein Montag) wird im Amtsblatt publiziert und durch die «Chriesigloggä» angekündigt |
Chriesimärt |
Landsgemeindeplatz Zug |
1627 |
| Altfasnachtssonntag (Sonntag nach Aschermittwoch) |
Chrööpfelimee |
Zuger Innenstadt |
16. Jahrhundert |
| 8. Mai, 20.00 Uhr bis 20.15 Uhr |
Friedensglocke |
Kapuzinerturm Zug |
1945 |
| Fronleichnam, 10 Tage nach Pfingsten |
Fronleichnam |
Zuger Innenstadt |
1264 |
| Mehrmals jährlich |
GAUR (Grosser, Allmächtiger und Unüberwindlicher Rat von Zug) |
Stadt Zug |
15. Jahrhundert |
| Güdelmontag (Fasnachtsmontag) |
Greth Schell |
Zuger Altstadt |
1721 |
| Wintermonate |
Jagd |
Kanton Zug |
Eiszeit |
| Erste Dezemberwoche |
Lebkuchenehrung |
Zuger Stadthaus |
16. Jahrhundert |
| 29. September |
Michaelstag |
Stadtgemeinde Zug |
29. September 1902 |
| Zweiter Adventssonntag |
Märlisunntig |
Zuger Altstadt |
1984 |
| Erste Dezemberwoche |
Nikolausempfang |
Tellenörtli, Oberwil |
1963 |
| In der Woche vor Palmsonntag |
Palmenbinden |
Kirchen in der Stadt Zug |
Alter Brauch |
| November |
Räbeliechtliumzug |
Herti- und Guthirtquartier, Zug |
Anfang der 1980er Jahre |
| 1. August |
Schweizer Nationalfeiertag |
Landsgemeindeplatz Zug |
1. August 1889 |
| Vor Beginn Sommerferien |
Schwimmfest |
Seequai Zug |
1889 |
| Ende Juni bzw. Anfang Juli |
Seefest |
Seebuch Zug |
1969 |
| Wenn es Schnee hat |
Skiabfahrt Zugerberg |
Zugerberg |
Anfang der 1930er Jahre |
| 6. Januar |
Sternsingen |
Pfarrei St. Michael und St. Johannnes, Zug |
16. Jahrhundert |
| Jeweils Anfang September |
Stierenmarkt |
Herti Zug |
1898 (Erstaustragung) |
| Auffahrt |
Wallfahrt Einsiedeln |
Wegstrecke von Zug nach Einsiedeln |
15. Jahrhundert |
| Jeden Donnerstag, andere Gruppen auch an anderen Tagen |
Wildspitzwanderung |
Vom Zuger Alpli zum Wildspitz und zurück |
Alter Brauch |
| Mitte November bis Mitte Dezember |
Zuger Rötel |
Zugersee |
Steinzeit |
Brauchen wir Bräuche?
Was haben Chrööpfelimee, Chriesimärt und Chesslete, Märlisunntig und Michaelstag, Frauenthaler Lebkuchen und Zuger Rötel gemein? Die Begriffe stehen alle für Tradition, für Stadtzuger Tradition, die seit Jahren gepflegt wird. Alteingesessenene geraten ins Schwärmen, sobald diese Stichworte fallen; Neuzuzüger mögen – zurecht – die Stirn runzeln. Chnüüsockäbödäli? Was heisst das überhaupt? Woher kommt dieser Begriff, und welchen Inhalt vermittelt er als Brauch? Die folgenden Seiten enthalten eine Bestandesaufnahme von der Vielfalt des Stadtzuger Brauchtums, wie es heute gelebt wird.
Dabei stellen sich schon mal Fragen: Was ist überhaupt ein Brauch? Wie alt muss ein Brauch sein? Wann ist ein Brauch ein Brauch – und wann nur ein jährlich stattfindender Event? Wo fliesst die Grenze zwischen Folklore und Kommerz? Der Fremdenverkehr und die Kulturindustrie haben die ökonomische Verwertbarkeit von Bräuchen erkannt und viele bestehende Bräuche nach folkloristischen und kommerziellen Kriterien umgeformt und populär gemacht. Im Duden wird der Brauch mit einer «innerhalb einer Gemeinschaft festgewordenen und in bestimmten Formen ausgebildeten Gewohnheit» ziemlich breit definiert. Umsobesser! Schliesst er doch die katholische Wallfahrt nach Einsiedeln genauso ein wie den bäuerlichen Stierenmarkt, das historisch begründete Läuten der Friedensglocke am Kapuzinerturm genauso wie die schanzenspringenden Snowboarder des neulich lancierten Big Air Blasenberg. Bräuche, dies zeigte die Recherche deutlich, stiften Identität, grenzen aber auch aus. Am Räbeliechtliumzug sind alle Kinder willkommen, doch nicht jeder wird im auf das 15. Jahrhundert zurückgehenden GAUR (Grosser, Allmächtiger und Unüberwindlicher Rat) zum Ritter geschlagen. Für beide Bräuche jedoch gilt: Wären nicht engagierte Menschen um dessen Fortführung besorgt, gäbe es sie nicht. «Unter den Talaren, der Muff von tausend Jahren», lautete die Parole der 68er Bewegung. Die Aufmüpfigen von damals verachteten Traditionen und Bräuche als Müll der Vergangenheit und werteten sie als Inbegriff einer in Konventionen erstarrten Gesellschaft. Doch seit geraumer Zeit lässt sich europaweit der Trend zu einer Rückbesinnung auf Brauchtum feststellen, was eine Sehnsucht nach kollektiven Ritualen und Heimat stiftenden Traditionen im Zuge der Globalisierung offenbart und die Frage «Brauchen wir Bräuche?» eindeutig beantworten lässt: Ja! Impressum Herausgeber: Stadt Zug © 2008 Konzeption: DNS-Transport (Ausstellungen/Publikationen/Kunst), Zug Recherchen und Texte: Sabine Windlin, Zug Recherchen und Bilder: Ueli Kleeb, Zug Redaktion: Mark Livingston, Bern Umsetzung: Stadtkanzlei, Zug
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