Räbeliechtliumzug |
Termin: November
Ort: Herti- und Guthirtquartier, Zug
Entstehungsdatum: Anfang der 1980er Jahre
Ursprünglicher Brauch: Als Räben bezeichnet man eine Art der Futterrüben, welche früher von der Bevölkerung als Grundnahrungsmittel ebenso häufig gegessen wurden wie Kartoffeln. Heute hat die Räbe ihre Bedeutung als Speise verloren und wird fast ausschliesslich für die Lichter angebaut. In Zug war es die Gubelloch-Vereinigung, die den Räbeliechtliumzug – ein heidnischer Brauch – Anfang der 1980er Jahre initiierte und sponserte. Während früher diese Arbeit zu Hause im Kreise der Familie verrichtet wurde, hat sich der Brauch je länger je mehr in die Schulen und Kindergärten verlagert, die gemeinsam mit den Quartiervereinen den Umzug organisieren. Mit einem spitzen Messer werden die Räben zuerst ausgehöhlt und dann Sujets wie Sonne, Mond und Sterne herausgelöst, die dann im Kerzenschein erleuchten.
Gelebter Brauch: Wenn die Tage kürzer werden und abends Nebelschwaden um die Häuser ziehen, ist es Zeit für den Räbeliechtliumzug. An Schnüren aufgehängt und an einem Stock befestigt, tragen die Kinder des Kindergartens und der unteren Schulstufen die mit einem Kerzchen bestückten Räbenlichter durch die Quartiere. Dazu singen sie passende Lieder: «Räbeliechtli, Räbeliechtli, wo gasch hii? I de tunkle Nacht, ohni Schtärneschii, da mues mis Liechtli sii.» Nach dem Umzug werden die Lichter ins Fenster gestellt, bis die Kerze heruntergebrannt ist. Im Herti- und Guthirtquartier finden die Umzüge alle zwei Jahre statt. Die Räben werden bei der Landwirtschaftlichen Genossenschaft bestellt, die sie bei einem Bauer im aargauischen Seengen bezieht.
Kontakt: Franz Strub Präsident Quartierverein Guthirt 041 760 08 18 franz.strub@web.de
Quelle: Archiv Schulhaus Guthirt, Zug; Ueli Kleeb, Zug
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Von den Schülerinnen und Schülern dekorierter Wagen am Räbeliechtliumzug im Guthirt-Quartier, 24. November 1995.

Nächtlichter Räbeliechtliumzug mit Geislechlepfer, Trychler, Samichlaus, handgemachten Laternen, Umzugswagen und Räbeliechtli durchs Guthirt-Quartier.

Jakob Windlin, Kindergärtner, Zug: «Ich freue mich schon seit Wochen auf den Räbeliechtliumzug. Meine Räbe habe ich selber im Kindergarten geschnitzt. Ich bin ganz aufgeregt, weil ich heute Abend so lange aufbleiben darf. Meine Mutter hat mich warm eingepackt, damit ich nicht erfriere.»
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| Datum des Eintrages: 17. März 2008 |
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