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Chriesi-Stadt Zug


Feinschmecker und Liebhaber von gebranntem Wasser wissen es längst: Zug ist die Stadt der Kirschen. Die «Chriesi», wie sie im Dialekt heissen, sind mit der Region seit über 400 Jahren verbunden. Diese lange Tradition führte zu ausgefeilten Rezepten, kulinarischen Leckerbissen und einzigartigen Volksbräuchen.

Kirschbäume in Zug
Kirschbäume
Kulinarisches vom Kirschbaum
Der Zuger Kirsch ist eines der bekanntesten und ältesten Zuger Exportgüter. Der internationale Siegeszug des traditionellen Zuger Kirsch begann 1870, als die Zuger Distillerien die «Kirschwasser-Gesellschaft Zug» gründeten und fortan gezielt vermarkteten. Heute werden in der Region Zug jährlich 60‘000 Liter Kirsch produziert, teils in industriellen Distillerien, teils in bäuerlichen Brennereien.
Eng mit dem Kirsch verbunden ist das zweite kulinarische Markenzeichen von Zug: die Kirschtorte. 1915 erfand der Konditor Heinrich Höhn eine mit Zuger Chriesiwasser getränkte Torte und inserierte damit erstmals in der Zuger Zeitung. Auch dieser Leckerbissen ist heute rund um Globus beliebt.
Doch die Zuger Tradition, Kirschen kulinarisch zu verwerten, kennt nicht nur den Blick in die Vergangenheit. Mit der Chriesiwurst wird im Jahr 2009 eine neue Zuger Kirschenspezialität lanciert, welche seither erfolgreich neben Cervelat und Bratwurst auf dem Grill brutzelt und schweiz- und europaweit vertrieben wird..

Anlässe mit Geschichte: Glocken, Leitern, Kirschenmarkt
Die Chriesisaison begann in Zug Anfang des 18. Jahrhunderts mit dem Läuten der «Chriesigloggä». Erst dann, wenn die grösste Glocke der Kirche St. Michael mit mächtigem Klang das Zeichen gab, durften die Zugerinnen und Zuger zu den Kirschbäumen auf der Allmend strömen. Die Verlockung der mit Kirschen behangenen Bäumen muss beträchtlich gewesen sein, sonst hätte die Stadt Zug nicht eigens Wächter auf der Allmend aufgestellt. Sobald es soweit war, stürmte die Bevölkerung zu den Bäumen, bewaffnet mit Leitern, Körben und Pflückgerätschaften.
Im Juni 2009 wurde der «Chriesisturm» in einer moderneren Version wieder ins Leben gerufen. Mit acht Meter langen, originalen Holzleitern absolvieren die Teams den Parcours durch die Zuger Altstadt und ernten, so sie erfolgreich sind, Ruhm und Ehre. Der Anlass findet seinen Abschluss mit Geselligkeit und Chriesiwurst auf dem Landsgemeindeplatz.
Hier findet anschliessend auch der Zuger Chriesimärt statt, der ab Beginn der Saison mehrere Wochen dauert (Mo-Fr, 15.00–18.00 Uhr).

Mit Kirschen in die Zukunft
Die IG Zuger Chriesi setzt sich seit einigen Jahren intensiv für die Kirschen-Tradition in der Region Zug ein. Blühende Kirschbäume, saftige Kirschen, Zuger Kirsch und die Kirschtorte gewinnen als Zuger Wahrzeichen wieder ihre Bedeutung zurück. Das von der IG Zuger Chriesi lancierte Projekt «1000 Kirschbäume für Zug» führte dazu, dass in verschiedenen Gebieten im Umkreis der Stadt Zug wieder vermehrt Kirschbäume gepflanzt werden. In Form von zehnjährigen Baum-Patenschaften können nicht nur die Landwirte, sondern jedermann zu einem Frühling mit Kirschblüten beitragen und eine Zuger Tradition direkt unterstützen.

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