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23.07.2009 - 28.08.2009 «Zug zeichnet»

(Gertrud Genhart, Gabriella Disler, Ralph Hauswirth, Simone Torelli, Roger Bumbacher)

Mitte Juli bis Ende August 2009 wurden aktuelle Werke von fünf Schweizer Künstlern ausgestellt, die sich mit dem Thema «Zeichnen» im weitesten Sinne auseinandersetzten. Neben dem Thema des Zeichnens wurde der Dialog mit dem vorhandenen Raum zum zentralen Punkt der Werke: Auf den zwei Etagen des Raumes Haus Zentrum traf so beispielsweise die nahöstliche Welt auf eine Zuger Kellerwand, schlichte schwarze Linien öffneten geschlossene Räume und skurril-humorvolle Traumgestalten luden den Betrachter ein, eine uns so unverständlich wie vertraute Traumwelt zu betreten.

Gertrud Genharts künstlerisches Thema ist die Auseinandersetzung mit dem Innen und Aussen von Räumen und den Möglichkeiten, geschlossene Räume zu öffnen. An der Vernissage näherte sie sich mit einer Performance dem Thema des Zeichnens und stellt der Zeichnung, die im Allgemeinen als Anordnung materieller Linien verstanden wird, die «immaterielle Zeichnung» gegenüber. Eine zweite Arbeit war ein 1:5-Modell des ehemaligen Stoffladens am Kolinplatz, das nun das Kunstschaufenster «Yes we’re open» (YWAO) beherbergt. Für das YWAO schuf Genhart eine Raumzeichnung und baute dafür ein genaues 1:5-Modell des Lokals nach, um im Kleinformat verschiedene Entwürfe von Stellwänden und Zeichnungen auszuprobieren. (Gertrud Genhart, *1967 in Luzern)

Gabriella Disler arbeitet mit der Kombination von Fotografie und Zeichnung, um spezifische Raum-, Ort- und Zeitbezüge aufzulösen und neu anzuordnen, so dass sie anschliessend eine eigene, neue Geschichte erzählen. Ihre persönliche Foto-Sammlung stellte dabei das Grundmaterial zur Verfügung, um das Alltägliche mit dem Raum kommunizieren zu lassen, die Nähe neben die Distanz zu stellen, und die Gefühle neben die Reflexion. (Gabriella Disler, *1963 in Basel)

Ralph Hauswirth schafft sogenannte Traumzeichnungen, die kurz vor dem Einschlafen im halben Traumzustand entstehen. «Stier wundert sich über nervösen Matador», ist einer dieser Traumzeichnungen betitelt, die genauso wie eine Anzahl merkwürdiger Geschöpfe das Auge und die Gedanken zum Spiel mit dem Fantastischen einlädt. Als eine Art «sensorische Wahrnehmung von Ort und Zeit» beschreibt der Künstler seine Arbeitsweise, deren Ergebnisse die Sinne öffnen und Denkräume durchbrechen. (Ralph Hauswirth, *1948 in Chur)

Simone Torelli interessiert sich für die Farbe, die Grundvoraussetzung jeder Zeichnung und jedes Gemäldes ist und aus vermahlenen Blütenblättern gewonnen werden kann. Sie greift bei ihrem Werk auf die Vorstufe der angerührten Farbe zurück und arbeitet direkt mit Tausenden von blauen Blütenblättern. Auf einem riesigen Bild reiht sich Blütenblatt an Blütenblatt und entfaltet deren zerbrechliche Zartheit in einem blauen Universum. Ihre künstlerische Fragestellung lautet: Wie wirkt dieses Bild der natürlichen Blautöne in seiner gleichzeitigen Schlichtheit und Komplexität auf das Auge und die Seele des Betrachters? (Simone Torelli, *1967 aufgewachsen in Zug)

Roger Bumbacher nahm die Ausstellung zum Anlass, der Stadt Zug ein bleibendes Werk als Dankeschön für das Atelier-Stipendium in Kairo zu überreichen. Ausgestattet mit Bleistiftskizzen aus Kairo (2001) nähert er sich dem Kellerraum, um hier die Übersetzung der Bleistiftzeichnungen in Tuschzeichnungen auf der rohen Kellerwand vorzunehmen. Mit dem Stichwort des «Magic Carpets» entrückte er den Raum als Ganzes in eine fremde Welt, ir-gendwo zwischen dem modernen Kairo, dem Kellerraum in Zug und der Welt von Tausend-und-einer-Nacht. (Roger Bumbacher, *1974 in Zug)

Zug zeichnet
 

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