Zwischen Dezember 2008 und Februar 2009 haben sich rund 90 Repräsentanten der Zuger Kulturszene in drei moderierten Workshops eingehend mit der Kulturpolitik der Stadt Zug auseinandergesetzt. In den Workshops wurden die Leitgedanken, Ziele und Aufgaben für die Kulturpolitik der Stadt Zug formuliert und ein Massnahmenkatalog entwickelt. Diese Kulturstrategie hält fest, wohin die Reise aus Sicht der Kulturschaffenden und Kulturinteressierten gehen soll.
Zusammenfassend lassen sich vier wesentliche Punkte herauskristallisieren:
- Am Guten und Bewährten im kulturellen Angebot der Stadt Zug ist festzuhalten.
- Das kulturelle Angebot und Geschehen soll sich weiterentwickeln können. Dazu werden mehr Räume und finanzielle Mittel benötigt.
- Kultur kann und soll an Bedeutung gewinnen und ein entscheidender Faktor für die Identität und Entwicklung der Stadt Zug werden.
- In der Stadt Zug sind Menschen aus über 100 Nationen vertreten. Die Vernetzung zwischen allen Bevölkerungsgruppen und Kulturen ist zu verbessern. Kultur und kulturelle Anlässe müssen umfassend und interaktiv kommuniziert werden.
Zur Kulturstrategie gehört auch ein kulturpolitischer Ideenkatalog. Einige Ideen kann der Stadtrat selber umsetzen, bei anderen kann er sich als Vermittler einsetzen, etwa durch Gespräche mit privaten Geldgebern oder juristischen Personen, durch die Vergabe von Leistungsaufträgen, durch die finanzielle Unterstützung von Kunstschaffenden oder eines Veranstalters. So wird unter anderem vorgeschlagen, eine «Kulturbeiz» oder eines Stadtkellers im Zentrum. Dieser Kulturtreffpunkt soll als Plattform für nichtkommerzielle und flexible kulturelle Veranstaltungen und Kultur-Events dienen. Oder die Förderung von Zwischennutzungen, indem ungenutzte und zeitweise leerstehende Liegenschaften für kulturelle Aktivitäten zur Verfügung gestellt werden.
Als eines der erstes Projekt zur Umsetzung der Kulturstrategie wurde die
Kulturlegi Zentralschweiz eingeführt (
www.kulturlegi.ch). Dies ist ein Ausweis für Armutsbetroffene, der den Zugang zu kulturellen Anlässen zu ermässigten Preisen ermöglicht. Diverse Zuger Institutionen haben sich dem Projekt bereits angeschlossen und bieten reduzierte Eintrittspreise für Besitzer der Kulturlegikarte an.
In Planung ist derzeit der
Kinderkulturkalender Leporello (
www.leporello.ch), den es in Bern und Luzern bereits gibt. Auch steht der Stadtrat der Idee eines Festes der Firmen und Kulturen positiv gegenüber.
Ein weiteres Projekt ist die Zwischennutzung des ehemaligen Ladenlokals im Haus Zentrum.
Seit Frühjahr 2009 wurden erfolgreich zehn Ausstellungen von Zuger Künstlern unter dem Motto
„Die Stadt Zug fördert Kultur!“ eröffnet. Diese Zwischennutzung öffnet der Stadt Zug ein Fenster, in welchem die städtische Kulturförderung konkret sichtbar gemacht wird und gibt den Künstlerinnen und Künstlern eine Möglichkeit, Ihre Arbeiten der Zuger Bevölkerung zu zeigen. Dieses Engagement ist auch im Sinne der neuen Kulturstrategie der Stadt Zug, welche vorsieht kulturelle Freiräume zu schaffen und leerstehende und ungenutzte Immobilien für kulturelle Zwecke zur Zwischennutzung zur Verfügung zu stellen.
Die bisherigen Ausstellungen von Myriam Arnelas, Emil Dill, Quido Sen, Zug zeichnet, 10 Jahre Gewürzmühle, TETRA:EDIS und die letzte Ausstellung dieses Jahr, Roger Bumbachers «Magic Carpet» haben einen Querschnitt durch die Zuger Kreativszene gezeigt - von moderner Malerei über Fotografie, zeitgenössischer Installation bis hin zur Architektur.
Im Jahr 2010 sind folgende Ausstellungen bereits erfolgreich über die Bühne gegangen: Mitte Januar Johanna Näf mit Arbeiten aus der Atelierresidenz in Indien und Anfang Februar Pelayo Fernandez Arrizabalaga mit einer performativen Präsentation seiner Graphit-Bilder.
Der Raum im Haus Zentrum ist nebst gut besuchtem Ausstellungslokal auch zum Ort für Begegnungen mit interessanten Künstlern und Künstlerinnen geworden - eine Art lokales Laboratorium für Zukunftsvisionen.