My Mother Country - Malerei der Aborigines

29. Sept. 2019 - 5. Jan. 2020
12:00 - 18:00 Uhr

Ort:
Kunsthaus Zug
Dorfstrasse 27
6300 Zug
Preise:
CHF 18.00 / 15.00 / 12.00
Organisator:
Kunsthaus Zug
E-Mail:
info@kunsthauszug.ch
Website:
http://www.kunsthauszug.ch


Draussen wird es kalt und grau, drinnen leuchten warme Farben von weit her. Von dort, wo mit der Herbstausstellung der Frühling beginnt: aus Australien. Grossformatige Bilder, die in warmen Tönen an das Licht einer flackernden Kerze erinnern, erdig und sinnlich. Sie erzählen die Geschichten von Ritualen und von einer grossen Verbundenheit zur Kraft der Natur. Zugleich wirken die freien, offenen Bilder verblüffend modern. Die Vergangenheit des Gebiets, von dem diese Farben herleuchten, ist eine dunkle. Es ist das Northern Territory und die Umgebung von Alice Springs, wo Aborigines in Reservate versetzt, entrechtet und enteignet wurden. Erst seit fünfzig Jahren werden sie als Bürger mit Rechten anerkannt. In weitläufigen Wüstenstreifen haben entwurzelte Menschen mit Pinsel, Farbe und Leinwand ihre Identität auf individuelle Weise zum Ausdruck gebracht. Hierher war 1971 der australische Kunstvermittler und Künstler Geoffrey Bardon mit den Malutensilien gereist: Erst arbeiteten Kinder damit, bald auch Erwachsene. Er hatte Interesse für die eigenen ästhetischen Vorstellungen der Aborigines, ihre Mythen, das Malen auf Körpern, im Sand - für ihre Herkunft. Zu einer Zeit als ihnen die Gesellschaft gerade erst den Respekt in mühevollen juristischen Schritten zurückzugeben begonnen hatte. Jene kraftvollen Bilder seit den frühen 1970er-Jahren wurden in Kunstkreisen bald hoch geschätzt und sind heute in den bedeutenden Kunstmuseen Australiens ebenso vertreten wie in Kunstsammlungen in den USA und in Europa. Ins Northern Territory reiste auch das Ehepaar Joëlle und Pierre Clément, das in Zug wohnt und im Kunsthaus Zug eine bedeutende Sammlung der Aborigines-Malerei zugänglich machen wird. Immer wieder sind die Cléments in die Gebiete der Aborigines zurückgekehrt, um den rund 60 Urheberinnen und Urhebern der Werke zu begegnen und in persönlichen Kontakten zu jener hochkarätigen Auswahl zu gelangen, die sie im Kunsthaus Zug erstmals in einer Museumsschau zeigen werden und so das Museumsjahr abschliessen. Es ist die erste Präsentation von Aborigines-Malerei in der deutschen Schweiz.Draussen wird es kühl, nass und grau, drinnen im Kunsthaus Zug leuchten warme Farben von weit her: aus Australien. Grossformatige, meist abstrakte Bilder, erdig und sinnlich. Sie wirken verblüffend modern und künden doch geheimnisvoll von Ritualen und einer grossen Verbundenheit zur Kraft der Natur.

Die Vergangenheit des Gebiets, von dem diese intensiven Farben her leuchten, ist eine dunkle. Es ist das Northern Territory und konkret die Umgebung von Alice Springs, wo Aborigines in Reservate versetzt wurden. In weitläufigen Wüstenstreifen haben entwurzelte Menschen mit Pinsel, Farbe und Leinwand ihre Identität auf individuelle Weise neu zum Ausdruck gebracht. Hierher war 1971 der australische Kunstvermittler und Künstler Geoffrey Bardon mit den Malutensilien gereist: Erst arbeiteten Kinder damit, bald auch Erwachsene. Er hatte Interesse für die eigenen ästhetischen Vorstellungen der Aborigines, ihre Mythen, das Malen auf Körpern, im Sand und auf Stoff - für ihre Herkunft. Die neuen kraftvollen Bilder auf Leinwand wurden in Kunstkreisen bald hochgeschätzt und sind heute in den bedeutenden Kunstmuseen Australiens ebenso vertreten wie in Kunstsammlungen in den USA und in Europa.

Ins Northern Territory reiste auch das Ehepaar Joëlle und Pierre Clément, das heute in Zug wohnt. Immer wieder sind sie seit den späten 1990er-Jahren in die Gebiete der Aborigines in der Region von Alice Springs zurückgekehrt, um den Urheberinnen und Urhebern der Werke zu begegnen und in persönlichen Kontakten zu jener hochkarätigen Auswahl zu gelangen, die sie im Kunsthaus Zug erstmals vorstellen. Es ist überhaupt die erste thematische Präsentation von moderner Aborigines-Malerei in einem Schweizer Kunstmuseum, nachdem deren Bedeutung im zeitgenössischen Kunstkontext in wichtigen Kunst-Instituten in Europa aufgezeigt wurde. Die Präsentation der Sammlung Pierre und Joëlle Clément im Kunsthaus Zug umfasst rund 80 sorgsam ausgewählte Werke von 50 Künstlerinnen und Künstlern aus der Zeit von 1998 bis 2008.

Eine der wichtigsten und international gefeierten Vertreterinnen der ersten Stunde ist in einer gesonderten Einzelausstellung zu sehen: Emily Kame Kngwarreye (1910 - 1996). Sie wuchs in Utopia (Region Alice Springs) auf und lebte und arbeitete nach der Zeit der Reservate auf einer Farm, wo ihr künstlerisches Potential gefördert wurde. Ihr bedeutendes malerisches Werk auf Leinwand ab 1988/89 wurde weltweit gezeigt, so an den Biennalen in Venedig 1997 und 2015, und ist in Sammlungen namhafter australischer und US-amerikanischer Kunstmuseen vertreten. Mit 20 ausgesuchten Gemälden unterschiedlicher Werkphasen, darunter mehrere Grossformate, aus zwei australischen Privatsammlungen wird die Künstlerin erstmals in Europa im Kunsthaus Zug in einer Einzelausstellung exklusiv vorgestellt.

Kuratiert von Matthias Haldemann

Zielgruppen: Offen für alle

Vergünstigungen: Mitglieder gratis; Ermässigung für Studierende mit Ausweis; Ermässigung für Senioren mit AHV Ausweis; Ermässigung für Gruppen; Kinder unter 16 Jahren gratis; Kulturlegi: Vergünstigung; Museumspass: Freier Eintritt; Raiffeisen-Kunden: Freier Eintritt

Behindertengerechter Zugang: Rollstuhlgängig; Zu-/ Eingang bodeneben; Zu-/ Eingang zur Toilette bodeneben; Blindenhunde zugelassen; Rollstuhl vorhanden


Thomas Tjapaltjarri, Tingari, 2007
Gedruckt am 22.09.2019 22:57:50