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GAUR (Grosser, Allmächtiger und Unüberwindlicher Rat von Zug)

Termin: Mehrmals jährlich

Ort: Stadt Zug

Entstehungsdatum: 15. Jahrhundert

Ursprünglicher Brauch: Beim «Grossen, Allmächtigen und Unüberwindlichen Rat von Zug», GAUR genannt, handelt es sich um eine historische Gesellschaft, deren Ursprung auf die Zeit des Saubannerzuges von 1477 zurückgeht. In den ersten Protokollen aus dem 15. Jahrhundert wird der GAUR als eine Gesellschaft würdiger Herren beschrieben, die sich zur Pflege des gesellschaftlichen Lebens, zur Erhaltung der guten Sitten, zur Entwicklung des demokratischen Lebens und zur Erfüllung karitativer Zwecke zusammenschloss. Der Rat verfügte über eine eigene, von der Stadt Zug anerkannte Gerichtsbarkeit.

Gelebter Brauch: Seit der erneuten Konstituierung des GAUR im Jahre 1977 wird ihm keine politische Bedeutung mehr beigemessen. Der Rat stellt sich aber bei öffentlichen Veranstaltungen von Stadt und Kanton zur Verfügung. Seit 1977 nimmt der GAUR auch Frauen auf. Ihnen stehen dieselben Rechte und obliegen die gleichen Pflichten wie den Männern. Einmal im Monat trifft sich der Rat im Pulverturm zum Stamm. In Wams und Hellebarden (Männer) und Roben aus dem 16. Jahrhundert (Frauen) eskortiert der GAUR jeweils die Frauen der «Gesellschaft zu Fraumünster» am Zürcher Sechseläuten-Umzug. Weitere Anlässe sind der Reichsrat, der Reichskongress, die Reichsfrauen-Erhebung bzw. der Ritterschlag, der Frauentag, der Tag der offenen Tür im Pulverturm am 1. August sowie der Geburtstag der Vereinigung. Der Höhepunkt des Gesellschaftsjahres ist das Rötelimahl Ende November. Der GAUR fungiert seit 1999 auch als Nutzer, Betreiber und Verwalter des Pulverturms. Jährlich überbringt die Gesellschaft am 11.11. dem Kloster Maria Opferung den obligaten Obolus, dies in Anlehnung an den Zehnten aus dem Ertrag des Pulverturms. Der Rat strebt die Zahl von 44 Mitgliedern an, was der Anzahl der Eicheln auf dem Saubanner entspricht.

Kontakt: www.gaur-zug.ch

Textquellen: GAUR.

Bildquellen: Zuger Tagblatt; GAUR, Zug.

historisches Bild

Aus Anlass des 500. Jahrestags des Saubannerzugs liessen die drei Zuger Alois Ithen, Kurt und Max Landtwing die «Gesellschaft der Brüder vom Thorechten Leben» wiederauferstehen, 1977.


Fahne

Der Bannerträger des GAUR beim Kloster Maria Opferung mit einer Nachbildung des Saubanners, dessen Original sich heute im Museum der Burg Zug befindet, 2007.



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