Willkommen auf der Website der Gemeinde Stadt Zug



Sprungnavigation

Von hier aus k?nnen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Startseite Alt+0 Navigation Alt+1 Inhalt Alt+2 Suche Alt+3 Inhaltsverzeichnis Alt+4 Seite drucken PDF von aktueller Seite erzeugen
zur Übersicht
1847 

Sonderbundskrieg


 

Als Hauptort des Kantons Zug geriet auch die Stadt Zug in den Strudel der Bürgerkriegswirren in der Schweiz, die im November 1847 zum Ausbruch des Sonderbundkrieges führten.

Konservative und Radikale ringen um neue Staatsform
Seit vielen Jahren kämpften in der Schweiz Liberale und Radikale auf der einen und Konservative auf der anderen Seite um die Form des Staates Schweiz. Während die Konservativen eher eine lockere Lösung im Sinn des bis 1798 bestandenen Staatenbundes anstrebten, wünschten die Reformer der liberalen und radikalen Seite einen mit starken Rechten ausgestatteten Bundesstaat.
Einer der bedeutenden Vorkämpfer dieser Idee war der aus Zug stammende Politiker Georg Josef Sidler (1782 - 1861), der massgeblichen Anteil an der Entstehung der ersten Zuger Verfassung von 1814 hatte, in welcher bereits einzelne liberale Grundrechte fest geschrieben waren.

Als Folge der Julirevolution 1830 zerbrach die vermeintlich festzusammengefügte konservative Macht in der Schweiz, da während der sogenannten Regeneration die politischen Strukturen und die Verfassung in zwölf Kantonen aufgebrochen und zugunsten der liberalen Kräfte neu ausgerichtet und demokratisch umgestaltet wurden. Dadurch geriet die bisher praktizierte Einheit zwischen Kirche und Staat in Bedrohung. Der Versuch einer Beschneidung der kirchlichen Machthoheiten, besonders in Erziehungsfragen, und eine Interpellation für einen stärkeren Staat gegenüber der katholischen wie reformierten Kirche brachte Ende 1844 das Fass zum überlaufen.

Zufluchtsorte für Mönche
Trotz vieler Verhandlungen an der Tagsatzung und an Sonderkonferenzen verhärteten sich die Fronten. Als 1841 die Regierung des Kantons Aaargau die katholischen Klöster im Kanton aufhob, wurden Stadt und Kanton Zug für kurze Zeit zum Zufluchtsort der vertriebenen Mönche aus Muri und Wettingen. Alarm gab es in Zug auch, als am 8. Dezember 1844 und am 31. März 1845 Freischaren aus verschiedenen Kantonen versuchten, die Regierung des Kantons Luzern zu stürzen. Das Hilfeersuchen der Luzerner Regierung im Frühjahr 1845 beantwortete Zug positiv und sandte seine Truppen nach Luzern.

Das «Schutzbündnis» der Innerschweizer
Da sich die Tagsatzung zu keiner Mehrheit fand, um diese wilden Angriffe gegen eine souveräne Stadt zu verurteilen, schlossen sich auf Betreiben Luzerns die Stände Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Freiburg und Wallis mit Luzern zu einem sog. Schutzbündnis zusammen. Von den Gegnern wurde diese Vereinbarung als «Sonderbund» bezeichnet. In Zug stand man dem Schutzbündnis zwiespältig gegenüber, denn die Zuger Behörden zogen Verhandlungen kriegerischen Verwicklungen vor. Im Gotischen Saal des Rathauses in Zug verhandelten die Zuger Regierung (Kantonsrat) und das Parlament (Dreifacher Landrat) mehrmals heftig und erbittert, um schliesslich den Beitritt zum Schutzbündnis zu erklären. Da man aber den inneren Widerstand spürte, verhielt sich Zug in den Verhandlungen mit den Verbündeten sehr zurückhaltend und widerstrebend.

Zug wird besetzt
Nach dem Ausbruch des Krieges im November 1847, der mit der Kapitulation der Stadt Freiburg für den Sonderbund einen negativen Auftakt nahm, sah sich Zug in einer schwierigen Lage. Der eidgenössische Oberkommandierende General Henri Dufour beabsichtigte, nach Freiburg Zug zu erobern, um danach gegen Luzern und die inneren Orte vorzustossen. Angesichts der drohenden Übermacht der eidgenössischen Truppen beschlossen die Zuger Behörden, sich kampflos dem Gegner zu ergeben. Am 23. November rückten eidgenössische Verbände in Zug und besetzten die Stadt. Führende Zuger Politiker des Sonderbundes wurden unter Hausarrest gestellt.

Am 5. Dezember 1847 beschloss eine ausserordentliche Landsgemeinde die Abschaffung dieser Institution und die Ausarbeitung einer neuen liberal geprägten Kantonsverfassung, der das Volk zu Beginn des Jahres 1848 zustimmte.

(Bildquelle: wikipedia)
zur Übersicht
öffnen

Sitemap