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1398 

Zunftwesen in Zug

Brunnenfigur
 

In der Kleinstadt Zug beginnt das Zunftleben zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Offenbar haben obrigkeitliche Widerstände eine frühere Zunftbildung, wie sie etwa in Zürich erfolgt ist, verhindert. Wahrscheinlich bildete sich um 1398 eine Zunft der Schuhmacher, von deren Bestehen wir jedoch keine Kenntnis mehr haben.

Schneider mit der ältesten Zunft
Die heute noch existierende, älteste Zuger Zunft, die Zunft der Schneider, Tuchscherer und Gewerbsleute, führt ihre Geschichte bis auf das Jahr 1408 zurück. Die in den Chroniken vermerkte hohe Mitgliederzahl dieser Zunft beweist, dass sie eng mit einer religiösen Bruderschaft verbunden war, in der, im Unterschied zur reinen Zunft, auch Frauen Aufnahme gefunden haben. Wenige Jahre nach den Schneidern begründeten auch die Metzger ihre Zunft. 1585 schlossen sich die Tischmacher in einer Zunft zusammen. Durch die spätere Integrierung der Zünfte der Drechsler und jener der Küfer entstand die heute zweitälteste Zuger Zunft, jene der Schreiner, Drechsler und Küfer der Stadt Zug.

1688 erhielten die Müller und die Bäcker vom Rat von Zug die Erlaubnis, sich ebenfalls zünftisch zu organisieren. Zuvor waren mehrere Zunftversuche der Bäcker gescheitert, da sich diese Berufsgruppe mit den Vorschriften des Rates immer wieder schwer tat. Die Zunft nennt sich heute Zunft und Bruderschaft der Müller, Bäcker und Zuckerbäcker der Stadt Zug.

16 Zünfte im 18. Jahrhundert
Im Gegensatz zu andern Schweizer Städten spielten die Zuger Zünfte politisch nie eine besondere Rolle, obwohl auch aus ihren Reihen immer wieder Ratsherren heraus gewachsen sind. Anderseits liessen sich die Mitglieder der einzelnen Zünfte durchaus engagieren, wenn es galt, einen behördlichen Schutzauftrag zu übernehmen oder für die Durchführung einer Veranstaltung zu sorgen. Den Höhepunkt erreichten die Zuger Zünfte vor dem Zusammenbruch des Ancien Régimes 1798, als man in Zug nicht weniger als sechzehn Zünfte zählte. Die grosse Mehrzahl unter diesen Zünften war jedoch klein. Nur wenige Zünfter konnten es sich leisten, vom eigentlichen Beruf zu leben. Die meisten unter ihnen besassen noch ein Nebengewerbe, vor allem in der Landwirtschaft.

Von berufsständischen Organisationen zu gesellschaftlichen Vereinigungen
Die neuen, durch die französischen Besatzungstruppen auch in unser Land gebrachten Rechte, darunter die sehr wichtige Handels- und Gewerbefreiheit, bedeuteten das Ende der traditionellen, durch das Privileg der Behörden geschützten Zünfte. Als sie sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder neu organisierten, zeigte sich bald, dass nur jene Zunftgemeinschaften überleben würden, die sich den modernen Herausforderungen stellten. Allmählich liessen die Zünfte auch Mitglieder zu, die keinen der durch die Zunft repräsentierten Berufe ausübten, was die Zünfte von ehemals berufsständischen Organisationen zu gesellschaftlichen Vereinigungen werden liess.

"Beckermöhli, Beckermöhli"
Anderseits entwickelten sich Zuger Zünfte zu Trägern und Hütern des lokalen Brauchtums. So feiert die Zunft und Bruderschaft der Müller, Bäcker und Zuckerbäcker an ihrem Hauptbotttag im Januar auch den Brauch des "Beckermöhli", an dem vor allem die Kinder der Stadt durch Auswerfen von Backwaren und andern Köstlichkeiten beschenkt werden, wenn sie sich mit dem Ruf "Beckermöhli" lauthals bemerkbar machen. Die Zunft der Schreiner, Drechsler und Küfer der Stadt Zug ist seit mehr als hundert Jahren die Hüterin des Brauches der "Greth Schell". An ihrem Hauptbotttag, dem Güdismontag, lässt die Zunft die Figur der Greth Schell und ihre sieben Begleiter, Lölis genannt, in den Strassen der Stadt laufen. Dabei verteilen sowohl die Greth Schell-Gruppe als auch die Zünfter verschiedene für Mund und Gaumen bestimmte Gaben unter die Kinder, die sich ihren Lohn mit dem lauten Ruf "Greth Schällebei" verdienen müssen.1941 hat sich die Zunft der Bauleute neu formiert, nachdem sie 1864 ihre Auflösung hatte beschliessen müssen.

Noch fünf aktive Zünfte
Eine ganz neue Gründung stellt die 1974 aus der Taufe gehobene Fischerzunft dar, so dass sich heute in der Stadt Zug fünf Zünfte befinden, die zusammen etwa 400 Mitglieder zählen. Jede Zunft kennt ihr eigenes Aufnahmeritual und begeht ihren eigenen Hauptbotttag.
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