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Betreibungen und Pfändungen 2025: stabile Zahlen, aber komplexere Verfahren
Das Betreibungsamt Zug blickt auf ein herausforderndes, insgesamt jedoch stabiles Geschäftsjahr 2025 zurück. Die Anzahl der eingeleiteten Betreibungen blieb gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig, gleichzeitig stieg das Forderungsvolumen sowie der Bearbeitungsaufwand deutlich an. Haupttreiber dieser Entwicklung waren gesetzliche Anpassungen, komplexere Verfahren sowie der hohe Anteil juristischer Personen im Betreibungskreis.
«Die Zahlen für 2025 zeigen, dass sich die Belastung des Betreibungsamtes nicht allein an der Anzahl der Verfahren messen lässt. Trotz leicht sinkender Fallzahlen nahmen die Komplexität der Dossiers und das bearbeitete Forderungsvolumen deutlich zu. Gesetzliche Änderungen und der hohe Anteil juristischer Personen stellen erhöhte Anforderungen an unsere Mitarbeitenden», sagt Cornelia Löhri, Leiterin Betreibungsamt Zug.
Im Jahr 2025 wurden im Betreibungskreis des Betreibungsamtes Zug (Zug, Oberwil, Steinhausen und Walchwil) insgesamt 14’818 Betreibungen eingeleitet. Dies entspricht einer Abnahme von 623 Verfahren gegenüber dem Vorjahr. Trotz dieses Rückgangs belief sich der Forderungsbetrag auf 2.03 Milliarden Franken und lag damit markant über dem Vorjahreswert. Die Entwicklung verdeutlicht, dass die einzelnen Verfahren zunehmend umfangreicher und komplexer werden.
Natürliche und juristische Personen
Die Zahl der Betreibungen gegen natürliche Personen sank leicht auf 6’331 Verfahren. Auch bei den juristischen Personen war mit 8’410 Betreibungen ein moderater Rückgang zu verzeichnen. Der Anteil juristischer Personen bleibt damit weiterhin hoch und prägt die Arbeit des Betreibungsamtes in besonderem Mass.
Veränderungen bei Pfändungen und Konkursandrohungen
Ein deutlicher Effekt zeigte sich 2025 bei den Pfändungsvollzügen, deren Zahl infolge der Revision von Art. 43 SchKG auf 2’518 Vollzüge zurückging. Öffentlich-rechtliche Forderungen gegen juristische Personen werden seit der Gesetzesanpassung auf dem Weg des Konkurses und nicht der Pfändung ins Recht gefasst. In der Folge stieg die Zahl der Konkursandrohungen markant von 844 im Jahr 2024 auf 2’696 im Jahr 2025 an. Eine verbesserte Zahlungsmoral konnte in diesem Zusammenhang nicht festgestellt werden. Zusätzlich wirkte sich die seit dem 1. Januar 2025 geltende Einschränkung bei Krankenkassenforderungen (maximal zwei Betreibungen pro Jahr und Schuldner) auf die Fallzahlen aus.
Zahlungen und Rückflüsse an Gläubiger
Die von den Schuldnerinnen und Schuldnern bis zur Pfändung oder Konkursandrohung geleisteten Zahlungen beliefen sich im Jahr 2025 auf rund 28.3 Millionen Franken. Aus Pfändungsverfahren resultierten zusätzliche 2.05 Millionen Franken. Insgesamt flossen den Gläubigern damit rund 30.4 Millionen Franken zu.
Digitalisierung und Online-Versteigerungen
Die konsequente Weiterentwicklung digitaler Dienstleistungen blieb auch 2025 ein Schwerpunkt. Über die Online-Plattform «eGant Zug» versteigerte das Betreibungsamt 36 gepfändete Gegenstände mit einem Bruttoerlös von 340'316 Franken. Zudem wurde das Schuldnerportal etabliert: Damit können Rechtsvorschläge online eingereicht und Zahlungen per Kreditkarte oder TWINT vorgenommen werden. Diese digitalen Angebote reduzieren Rückfragen, beschleunigen Abläufe und tragen spürbar zur Effizienzsteigerung bei.
Fazit
Das Geschäftsjahr 2025 zeigt eine stabile Fallzahlentwicklung bei deutlich gestiegenem Forderungsvolumen und komplexeren Verfahren. Gesetzliche Änderungen verlagern die Arbeitslast zunehmend in den Konkursbereich, während Digitalisierung und gezielte Prozessoptimierungen das Betreibungsamt Zug in die Lage versetzen, diese Herausforderungen weiterhin professionell und effizient zu bewältigen.
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Hinweis: Die Gesamtsumme umfasst alle Zahlungen der Schuldner bis zur Pfändung bzw. Konkursandrohung sowie die Erlöse aus Pfändungsverfahren.
