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Kontaktdaten

Stadtverwaltung Zug
Stadthaus
Gubelstrasse 22
6301 Zug
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Öffnungszeiten Stadtverwaltung:

Montag bis Freitag

08.00 bis 12.00 / 13.30 bis 17.00 Uhr

Inhalt

Inhalt

Brauchtum

Jährliche Veranstaltung Termin Ort
Agathabrot Agathatag, 5. Februar
Kirchen St. Oswald und Guthirt, Loreto-Kapelle
Bade- und Schwimmkultur ganzjährig
Zugersee
Bäckermöhli Mittwoch vor St. Agatha (5. Februar)
Kolinplatz/Fischmarkt Zug
Chesslete Schmutziger Donnerstag
Zuger Innenstadt
Chnüüsockäbödäli Frühling
Oberwil/Zug
Chriesigloggä / Chriesisturm Mitte bis Ende Juni (je nach Kirschenreife), Montag um 12.00 Uhr, am Starttag der Zuger Chriesisaison
Kirche St. Michael / Zuger Altstadt
Chriesimärt Mitte/Ende Juni bis Juli, Montag bis Freitag, 15 bis 18 Uhr, während 2 bis 3 Wochen, Starttag wird durch die «Chriesigloggä» angekündigt
Landsgemeindeplatz Zug
Chrööpfelimee Alt Fasnachtssonntag (Sonntag nach Aschermittwoch)
Zuger Innenstadt
Frauenthaler Lebkuchen Erste Dezemberwoche
Zuger Stadthaus
Friedensglocke 8. Mai, 20.00 Uhr bis 20.15 Uhr
Kapuzinerturm Zug
Fronleichnam Fronleichnam (10 Tage nach Pfingsten)
Zuger Innenstadt
GAUR (Grosser, Allmächtiger und Unüberwindlicher Rat von Zug) Mehrmals jährlich
Stadt Zug
Greth Schell Güdelmontag (Fasnachtsmontag)
Zuger Altstadt
Jagd Herbst- und Wintermonate
Kanton Zug
Michaelstag 29. September
Stadtgemeinde Zug
Märlisunntig Zweiter Adventssonntag
Zuger Altstadt
Palmbinden In der Woche vor Palmsonntag
Kirchen in der Stadt Zug
Räbeliechtliumzug November
Hertiquartier / Guthirtquartier Zug
Samichlaus 6. Dezember
Zug / Tellenörtli Oberwil
Schweizer Nationalfeiertag 1. August
Landsgemeindeplatz Zug
Seefest Ende Juni bzw. Anfang Juli
Seebucht Zug
Skiabfahrt Zugerberg Wenn es Schnee hat
Zugerberg
Sternsingen zwischen dem 4. Advent und dem Dreikönigstag (6. Januar)
Pfarreien St. Michael / St. Johannes / Gut Hirt
Stierenmarkt Erster Mittwoch/Donnerstag im September
Herti Zug
Wallfahrt Einsiedeln Auffahrt (40 Tage nach Ostersonntag)
Wegstrecke von Zug nach Einsiedeln
Zuger Rötel Mitte November bis Mitte Dezember
Zugersee
Brauchen wir Bräuche?

Was haben Chrööpfelimee, Chriesimärt und Chesslete, Märlisunntig und Michaelstag, Frauenthaler Lebkuchen und Zuger Rötel gemein? Die Begriffe stehen alle für Tradition, für Stadtzuger Tradition, die seit Jahren gepflegt wird. Alteingesessenene geraten ins Schwärmen, sobald diese Stichworte fallen, Neuzuzüger mögen die Stirn runzeln. Chnüüsockäbödäli? Was heisst das überhaupt? Woher kommt dieser Begriff, und welchen Inhalt vermittelt er als Brauch? Obige Liste enthält eine Bestandesaufnahme von der Vielfalt des Stadtzuger Brauchtums, wie es heute gelebt wird.

Dabei stellen sich schon mal Fragen: Was ist überhaupt ein Brauch? Wie alt muss ein Brauch sein? Wann ist ein Brauch ein Brauch, und wann nur ein jährlich stattfindender Event? Wo fliesst die Grenze zwischen Folklore und Kommerz? Der Fremdenverkehr und die Kulturindustrie haben die ökonomische Verwertbarkeit von Bräuchen erkannt und viele bestehende Bräuche nach folkloristischen und kommerziellen Kriterien umgeformt und populär gemacht.

Im Duden wird der Brauch mit einer «innerhalb einer Gemeinschaft festgewordenen und in bestimmten Formen ausgebildeten Gewohnheit» ziemlich breit definiert. Umsobesser! Schliesst er doch die katholische Wallfahrt nach Einsiedeln genauso ein wie den bäuerlichen Stierenmarkt, das historisch begründete Läuten der Friedensglocke am Kapuzinerturm genauso wie das alljährliche Läuten der Chriesigloggä als Startsignal zur Chriesiernte.

Bräuche, dies zeigte die Recherche deutlich, stiften Identität, grenzen aber auch aus. Am Räbeliechtliumzug sind alle Kinder willkommen, doch nicht jeder wird im auf das 15. Jahrhundert zurückgehenden GAUR (Grosser, Allmächtiger und Unüberwindlicher Rat) zum Ritter geschlagen. Für beide Bräuche jedoch gilt: Wären nicht engagierte Menschen um dessen Fortführung besorgt, gäbe es sie nicht.

«Unter den Talaren, der Muff von tausend Jahren», lautete die Parole der 68er Bewegung. Die Aufmüpfigen von damals verachteten Traditionen und Bräuche als Müll der Vergangenheit und werteten sie als Inbegriff einer in Konventionen erstarrten Gesellschaft. Doch seit einiger Zeit lässt sich europaweit der Trend zu einer Rückbesinnung auf Brauchtum feststellen, was eine Sehnsucht nach kollektiven Ritualen und Heimat stiftenden Traditionen im Zuge der Globalisierung offenbart und die Frage «Brauchen wir Bräuche?» eindeutig beantworten lässt: Ja!

Impressum
Idee/Konzept: DNS-Transport (Ausstellungen/Publikationen/Kunst) Zug © 2018
Recherchen, Texte, Bilder: Sabine Windlin, Ueli Kleeb

Links
www.dns-transport.ch