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Chrööpfelimee

Termin
Alt Fasnachtssonntag (Sonntag nach Aschermittwoch)
Ort
Zuger Innenstadt
Entstehungsdatum
16. Jahrhundert
Ursprung des Brauchs
Das «Chrööpfelimee» erinnert an eine alte Sitte zu Ehren frisch Verliebter aus dem 16. Jahrhundert. Wenn ein Junge an einem Mädchen Gefallen fand, wurde er, wenn die Gefühle gegenseitig waren, von den zukünftigen Schwiegereltern am Alt Fasnachtssonntag nach Hause eingeladen und mit Wein und Krapfen (Chrööpfeli) bewirtet. Freunde des Paares stellten sich am selben Abend vor dem Haus auf und sangen allerlei neckische und zärtliche Lieder. Das Ständchen verdankte das Liebespaar mit einem Korb voll Krapfen und Wein, der an einem Seil von einem Fenster heruntergelassen wurde, dies aber nur, wenn die Sängergruppe «No mee Chrööpfeli!» rief.

Gelebter Brauch
Der Anlass zählt heute zu den bekanntesten Zuger Bräuchen. Mehrere Gruppen mit Sängerinnen und Sängern sind einmal im Jahr singend, musizierend und kostümiert in der Zuger Altstadt unterwegs. Ihre Ständchen bringen sie überall dort, wo ein rotes Lichtlein brennt. Denn hier wohnt ein verlobtes oder frisch verheiratetes Liebespaar, das besungen werden soll. Für die Zuger gehört der romantische Liederabend mithin zum schönsten Musikerlebnis unter freiem Himmel. Auch kühle Temperaturen halten das Publikum nicht davon ab, spontan den winterlichen Liebesklängen zu lauschen und zu folgen. Pro Jahr melden sich zwischen zehn und fünfzehn Paare für diesen Brauch an. Lange wurde der stimmungsvolle Brauch von der Trachtengruppe der Stadt Zug organisiert. Anlässlich ihres 600-jährigen Bestehens übernahm die Zuger Schneiderzunft 2008 die Trägerschaft. Sie hat sogar das Amt des Chrööpfelimee-Meisters geschaffen und ist stolz darauf, dass es dieser Brauch in das Verzeichnis der «Lebendigen Traditionen der Schweiz» geschafft hat. Somit ist das Zuger Chrööpfelimee Teil des immateriellen UNESCO-Kulturerbes.
Kontakt
www.schneiderzunft.ch

Textquellen: Zuger Schneiderzunft.

Bildquellen: Denkmalpflege des Kantons Zug; Neue Zuger Zeitung.
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Chrööpfelimee-Gruppe in der Zuger Altstadt, 1946.
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Chrööpfelimee-Gruppe auf dem Fischmarkt in der Zuger Altstadt, beim Entnehmen des Weins und der Krapfen aus den Körben, die von den Liebespaaren am Seil heruntergelassen werden, 2007.