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Jäggi, Barbara: Drei Findlinge (2002)

Auf dem Areal der ehemaligen Firma Landis & Gyr, im begrünten Innenhof Überbauung «opus», befinden sich Barbara Jäggis Drei Findlinge, nahe über der Wasseroberfläche eines Wasserbeckens. Die ab 2001 errichete Arealüberbaueung umfasst acht solitäre Bauten, die einen begrünten Innehof mit Wasserbecken säumen. Jäggis Stahlfindlinge schweben, ja tanzen quasi über dem Wasser, scheinen mitten in ihrer Bewegung zum Stillstand gekommen. Durch den Rost, der sich auf den Oberflächen angesetzt hat, leuchten die Stahlobjekte in einem braunroten Ton und kontrastieren mit den bläulichen Glasfassaden. Das einfallende Licht bilden auf den einzelnen Flächen abgestufte Schattentöne und geben den Drei Findlingen eine räumliche Präsenz.

In diesem Werk spielt Jäggi mit der Auflösung der Masse und des Materials. Sie begreift ihr Arbeitsmaterial als Projektion des Denkens und der Imagination. «Metall hat etwas Nervöses in sich, das mich aktiviert. Die dünnen Blechstreifen lassen sich sozusagen modellieren, mit den festeren Blechteilen kann ich bewegliche Objekte konstruieren, immer bleibt die dem Material innewohnende Energie bestehen», sagt die Künstlerin. Gleichzeitig befinden sich Jäggis Findlingsfunde auf einer Zeitreise und verbinden Vergangenheit mit Gegenwart und Zukunft. Die Findlingslandschaft wirft Fragen auf: Woher kommen diese Findlinge? Als Findling wird ein einzelner, grosser Stein bezeichnet, der während der Eiszeiten durch Gletscher an seinen heutigen Standort transportiert worden ist. Barbara Jäggi erschafft, hämmert und schweisst eine Findlingslandschaft im metallischen Gewand und stereometrischen, kristallinen und amorphen Formen. Indem sie die Drei Findlinge in eine anderes Material und in eine andere Form tranformiert, sakralisiert und ironisiert sie gleichzeitig fordert die Neuartigkeit von Form und Material den Seh- und den Tastsinn der Betrachter und laden ihn ein, sich an der Kreation zu beteiligen.

Barbara Jäggi wurde 1956 in Madiswil (BE) geboren und lebt und arbeitet in Luzern. Sie lernte Textilentwerferin, bildete sich an den Schulen für Kunst und Gestaltung in Basel und Luzern weiter und ist seit 1985 als freischaffende Künstlerin tätig. 1991 erhielt sie den Josef-Gbinger-Gedenkpreis, 1992 den Anerkennungspreis der Stadt Luzern. Jäggi schuf zahlreiche Werke im öffentlichen Raum.


Barbara Jäggi, Drei Findlinge, 2002, Installation, Stahlblech, diverse Masse, Überbauung Opus, Dammstrasse / Landis + Gyr-Strasse / Zählerweg, Privateigentum
Barbara Jäggi: Findlinge